Lobaria pulmonaria, Schwarzwald, Herzogenhorn, Sommer 2021; Foto: NJ StapperWir födern nicht nur die wissenschaftliche Forschung über Moose und Flechten, sondern möchten diese faszinierenden Organismen auch einem breiten Publikum näherbringen. Zu den größten einheimischen Flechten zählt die hier gezeigte Lungenflechte Lobaria pulmonaria, deren Lager einen Durchmesser von 30 cm und mehr erreichen können (Klicken auf die Bilder öffnet eine größere Version derselben). Andere Arten sind sehr klein, wie die erst kürzlich in Deutschland gefundene Krustenflechte Szczawinskia tsugae, deren mehlig-feinkörniges Lager weniger als 0,5 mm hohe, schwarze "Hyphophoren" trägt, die vegetative Sporen abscheiden. Beide hier genannten Flechtenarten sind in Deutschland sehr selten.Szcawinskia tsugae, Krustenflechten mit Hyphophoren; Balkenlänge auf verlinkter Vollversion 0,2 mm; Foto: NJ Stapper Viel häufiger sind jene Arten, die Sie an den Alleebäumen in unseren Städten beobachten können.  Oft finden Sie darauf Mischrasen aus überwiegend Krusten- und Blattflechten sowie verschiedenen Moosen vor, wie sie das nebenstehende Foto zeigt. Das kriechend wachsende Zypressen-Schlafmoos bildet auf den Baumstämmen gerne ausgedehnte Rasen, und die häufigsten Polster
bildenden "Baumrindenmoose" in unseren Städten und Dörfern sind das Glashaartragende Goldhaarmoos Orthotrichum diaphanum und das Verwandte Goldhaarmoos O. affine, deren bestimmungsrelevanten Merkmale die hier verlinkten Bildtafeln zeigen. Flechten können fast alle Oberflächen besiedeln. Sie finden sie auf natürlichen und künstlichen Gesteinen, Flechten auf einem alten Volkswagen Golf IIauf dem Erdboden, auf Rinde und Blättern, auf den Gummieinfassungen von Autofenstern und, wenn man sie längere Zeit nicht putzt, sogar auf Fensterscheiben. Flechten sind auch nicht nur grün. Es gibt blaue, dunkelbraune, schwarze, orange, gelbe, rote... und die Texte der Bestimmungsbücher bemühen sich, all die möglichen Farbtöne treffend zu beschreiben.  

Wenn Sie ein Moos oder eine Flechte nach Hause mit­nehmen und näher kennenlernen möchten, finden Sie in den Rubriken Bryologie (Mooskunde) und Lichenologie (Flechtenkunde) erste Informationen. Viele Arten sind mehr oder weniger stark ge­fähr­det oder gar von der Auslöschung bedroht. Folglich ist der Artenschutz für uns ein wichtiges Anliegen.

 Alleebäume mit zahlreichen Moosen und Flechten; Foto: NJ Stapper