Texte von Wolfgang von Brackel und Fotos von W. von Brackel, Christian Berg und Norbert J. Stapper.

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Stand: November 2020

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Über Belegexemplare freuen wir uns. Rückfragen zu Moos und Flechte des Jahres richten Sie bitte an Wolfgang von Brackel.

Für 2021 wurden mit der Gewöhnlichen Mauerflechte (Lecanora muralis) und dem Sparrigen Kranzmoos (Rhytidiadelphus squarrosus) zwei Arten gewählt, die (nicht nur) in Mitteleuropa weit verbreitet und sehr häufig sind. Beide Arten dringen bis weit in die Städte vor und sind hier oft häufiger als in der intensiv genutzten Agrarlandschaft.

Mit der Vorliebe des Mooses für kurzgeschorene Rasenflächen und der Flechte für Kunststeine aller Art (z. B. Waschbetonplatten) haben sie im Siedlungsraum vor allem die Wohngebiete erobert und finden nicht nur Freunde unter den Gartenbesitzern.

Die Gewöhnliche Mauerflechte, Lecanora muralis, ist die Flechte des Jahres 2021

Die Gewöhnliche Mauerflechte ist zumindest an ihren anthropogenen Standorten durch ihre großen, grünlich-weißen und dicht mit Fruchtkörpern besetzten Rosetten kaum mit einer anderen Art zu verwechseln. Sie wächst an Gestein sowohl an natürlichen Standorten wie auch im Inneren der Städte auf Pflaster, Asphalt und an Mauern.

Aussehen

Ihre grünlich-weißen, im feuchten Zustand grünlichen Lager erreichen mehrere Zentimeter, bei ungestörtem Wachstum auch bis zu zwei Dezimeter Durchmesser. Sie bestehen aus eng dem Substrat anliegenden Rosetten 2 Lecanora muralis Roettenbach 2020 11 1 smallmit knapp 1 mm breiten, langgestreckten, flachen bis leicht konkaven, oft randlich helleren Randlappen. Sehr alte Exemplare sterben im Inneren ab und bilden dann ringförmige Lager, innerhalb derer sich wieder neu, kleinere Lager entwickeln können.

Im Inneren des Lagers stehen die gehäuft und oft fast die ganze Lagerfläche bis auf die Randzone bedeckenden beigen oder vor allem im Alter bräunlichen Fruchtkörper mit meist helleren Rändern. Sie haben etwa 1,5 mm Durchmesser und sind primär rund, bei engem Stand verformen sie sich aber gegenseitig. Ihre Sporen sind unspektakulär ellipsoid, farblos und ca. 9–15 × 5–7 Mikrometer groß.

Ökologie

Die Gewöhnliche Mauerflechte ist (wie der Name bereits sagt) vorwiegend ein Gesteinsbewohner mit einer Bevorzugung von kalkhaltigen und/oder staubimprägnierten Substraten. Natürliche Standorte sind vor allem niedrige Felsen oder größere Kiesel, gern kommt sie an den gedüngten Vogelsitzplätzen vor. Im Siedlungsbereich wächst sie an Mauern und Zaumpfosten, Dachziegeln, auf Pflaster aller Art (gern auf Waschbeton) oder auch auf wenig befahrenem Asphalt. Seltener kommt sie auf bearbeitetem eutrophiertem Holz vor. Sie ist tolerant gegenüber Trockenheit und Schadstoffen, aber nährstoff- und lichtbedürftig.

Verbreitung und Gefährdung

Lecanora muralis ist weltweit verbreitet und kommt in Europa vom Sizilien bis nach Spitzbergen sowie vom Flachland bis ins hohe Gebirge vor.

Wegen ihrer weiten Verbreitung, der hohen Toxitoleranz und des Vorkommens auf reichlich vorhandenem Substrat ist die Art sicher nicht gefährdet. Als Profiteur der Eutrophierung und der rasant fortschreitenden Versiegelung der Landschaft dürfte sie im Gegenteil in Zukunft weiter zunehmen. Auch die zunehmende Erwärmung und die in Zukunft wohl öfter auftretenden Dürreperioden werden der sehr trockenheitsresistenten Art nicht schaden.

Biologie

Die Gewöhnliche Mauerflechte verbreitet sich über Ascosporen, die in den vielen Apothecien zahlreich gebildet werden. Die Sporen haben offenbar keine Mühe, auf geeigneten Substraten ihren Symbiosepartner (Algen der Gattung Trebouxia) zu finden. Wie die meisten Gesteinsflechten wächst Lecanora muralis sehr langsam, sie erreicht ein Wachstum (Vergrößerung des Radius) von 1–3 mm im Jahr4). Dies ist natürlich abhängig von der Nährstoffversorgung, in den Innenstädten und im intensiv landwirtschaftlich genutzten Raum liegt es sicher an der oberen Grenze.

Sie enthält unter anderen sekundären Metaboliten (Inhaltsstoffen) als bekanntesten Usninsäure.

Die Art ist sehr variabel und spaltet sich vor allem im Mittelmeergebiet in etliche Varietäten auf. Möglicherweise gehören auch die Populationen auf natürlichen Felsen der höheren Gebirge einem anderen Ökotyp an als die der Städte.

Parasiten, Nutzung und Inhaltsstoffe

Lecanora muralis ist als Wirt einer Vielzahl flechtenbewohnender Pilze bekannt: Arthonia protoparmeliopseosA. subvariansCercidospora macrosporaC. pluriseptataDacampia muralicolaDactylospora homoclinellaEpithamnolia xanthoriaeLichenoconium lecanoraeLlimoniella muralicolaMuellerella erraticaParalecia pratorumPleospora bernadetaeRoselliniella muralisSarcopyrenia cylindrosporaSpirographa limaciformisStigmidium squamariaeToninia subfuscae und Unguiculariopsis thallophila.

Über die Nutzung der Flechte ist nicht viel bekannt. Wegen der antioxidativen, antimikrobiellen und cytostatischen Wirkung ihrer Inhaltsstoffe2) 3)  könnte sie wohl auch medizinisch genutzt werden, dem standen bislang jedoch das relativ langsame Wachstum und die schwierige Ernte entgegen. Immerhin ist es jetzt einem Team von Wissenschaftlern an der TU Berlin gelungen, Lecanora muralisaus Sporen und Algen zu rekombinieren und zu kultivieren. Dies eröffnet ganz neue Möglichkeiten der Gewinnung antimikrobieller Wirkstoffe1).

Darüber hinaus kann die weit verbreitete Flechte als Biomonitor für Spurenmetalle verwendet werden.5)

Kurioses

Am 11.02.2014 war im Donaukurier unter der Überschrift "Seltsame Flecken auf der Terrasse – Wolnzacher Bürger beobachtet eine zunehmende Verschmutzung aus der Luft und tippt auf undichte Flugzeugklos" zu lesen: 

Die Ursache sind seltsame Flecken, die er auf dem Steinbelag seiner Terrasse immer wieder findet. „...macht der 55-Jährige aus Wolnzach im Kreis Pfaffenhofen sich schon länger Sorgen. "Das sind grünlich-weiße Stellen, die wie eingeätzt wirken“, sagt der Garten- und Landschaftsbautechniker. ... "Weil ich beruflich viel draußen bin, habe ich mal die Trasse, auf der die Flugzeuge über der Marktgemeinde unterwegs sind, am Boden genauer angeschaut. Ich bin erschrocken, wie viele dieser komischen Flecken ich gefunden habe. Beim Spazierengehen mit dem Hund bin ich auf immer neue Verschmutzungen gestoßen, auch draußen beim Sportverein, wo ich Jugendtrainer bin.“ Das ziehe sich wie ein Band durch den Ort, von Südost nach Nordwest – „genau wie die Fluglinien sind“. Die seltsamen Tropfen scheinen sich tief ins Steinmaterial zu ätzen und sind noch nach vielen Monaten zu sehen. Sie bilden mit der Zeit eine kristallisierte Schicht. „Ich kann das nur mit der Spachtel entfernen“, sagt der 55-Jährige. 

Das schlug hohe Wellen und auch andere Zeitungen nahmen die Meldung auf. Jetzt dürfen Sie drei Mal raten, was das war, was der Garten- und Landschaftsbautechniker für Exkremente hielt.

Bei den Briten heißt die Flechte "chewing-gum lichen" da sie vom Aspekt her den Kaugummiflecken auf dem Pflaster der Fußgängerzonen ähnelt.

Beseitigen oder nicht?

Den Biologen freut es natürlich, auf den (vom Vorbesitzer ererbten) Waschbetonplatten im Garten die großen Rosetten von Lecanora muralis wachsen zu sehen. Hier wird aus der toten Oberfläche des Kunststeins eine biologisch aktive, die Sonnenlicht einfängt, CO2bindet und Sauerstoff freisetzt. Richtet die Flechte Schaden an? Am Stein bestimmt nicht, hier wird schlimmstenfalls der oberste Millimeter leicht angegriffen, um der Flechte Halt zu geben. Bei Regen mag es ein wenig rutschiger werden, aber die Flechte kommt ja eher auf wenig betretenen Flächen vor. Und die Ästhetik ist nur eine Sache der Einstellung.

 

Links

1) Pressemitteilung TU Berlin, 22.07.2020, URL: https://www.tu.berlin/ueber-die-tu-berlin/profil/pressemitteilungen-nachrichten/2020/juli/flechten/

https://de.wikipedia.org/wiki/Lecanora_muralis

Literatur

Edwards, B., Aptroot, A., Hawksworth, D.L. & James, P.W. 2009. Lecanora Ach. in Luyken (1809). – In: Smith, C. W., Aptroot, A., Coppins, B. J., Fletcher, A., Gilbert, O. L., James, P. W. & Wolseley, P. A. (Eds). The Lichens of Great Britain and Ireland. – British Lichen Society, London: 465–502.

4) Hill, D. J. 1981. The growth of lichens with sepcial reference to the modelling of circular thalli. – The Lichenologist 13 (3): 265–287.

5) Lambrecht, S. 2001. Lecanora muralis: eine epilithische Krustenflechte als Biomonitor für luft­getragene Spurenmetalle. Systematische Untersuchung und regionale Anwendungsbeispiele. Diss. TU Bergakademie Freiberg. URL: http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/diss/2003/tu-freiberg/archiv/html/GeowissenschaftenLambrechtSusanne050388.pdf

2) Ranković, B. & Kosanić, M. 2012. Antimicrobial activities of different extracts of Lecanora atra, Lecanora muralis, Parmelia saxatilis, Parmelia sulcata and Parmeliopsis ambicua. – Pak. J. Bot. 44(1): 429–433.

3) Ranković, B. R., Kosanić, M. M. & Stanojković, T. P. 2011. Antioxidant, antimicrobial and anticancer activity of the lichens Cladonia furcataLecanora atra and Lecanora muralis. BMC Complementary and Alternative Medicine 11, Article 97. URL: https://bmccomplementmedtherapies.biomedcentral.com/articles/10.1186/1472-6882-11-97

Wirth, V., Hauck, M. & Schultz, M. 2013. Die Flechten Deutschlands. – E. Ulmer, Stuttgart.

 

Bilder von Lecanora muralis

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1 Lecanora muralis Roettenbach 2020 11 2 small

Typisches Habitat von Lecanora muralis: Hofeingang in Röttenbach/Franken [W. v. Brackel].
 

2 Lecanora muralis Roettenbach 2020 11 1 small

Großes, reichlich fruchtendes Lager von Lecanora muralis auf Kunststein; Röttenbach/Franken [W. v. Brackel]. Bild in maximaler Auflösung runterladen..

3 Lecanora muralis Riem 03 small

Bei ungestörtem Wachstum sterben die alten Rosetten im Inneren ab. Riem/Oberbayern [W. v. Brackel].

4 Lecanora muralis Riem 08 small

Gelegentlich wachsen im Inneren des alten, absterbenden Lagers neue Lager heran; Riem/Oberbayern [W. v. Brackel].

5 Lecanora muralis Straubing 04 an Holz small

Vereinzelt findet sich Lecanora muralis auch an altem bearbeiteten Holz; Straubing/Niederbayern [W. v. Brackel].

 

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In natürlicher Umgebung sind die Rosetten von Lecanora muralis randlich oft stärker zerteilt und ärmer an Fruchtkörpern; Nordheimer Gipshügel/Franken [W. v. Brackel].

 

Lecanora muralis Borke DuesseldReisholz NJS small

In  staubbelasteten Gebieten, wie hier im Industriegebiet Düsseldorf-Reisholz, besiedelt Lecanora muralis zuweilen auch die Stammbasis oder gar den Mittelstamm von Alleebäumen. Im Gegensatz zu den hübschen Rosetten auf glatten Gesteinsplatten schmiegt sich die Flechte hier an die Unebenheiten der Borke und die hier sogar überwachsene Flechte Phaeophyscia orbicularis an. Letztere ist bestens an die Lebensbedingungen in Zentrum einer Großstadt oder in einem Industriegebiet bestens adaptiert. Beide Lebensräume sind infolge der oft weitgehenden Oberflächenversiegelung stark überwärmt: Bild in höherer Auflösung runterladen [N..J. Stapper].

Lecanora muralis Reisholz 3D NJS small

Mittels Stapelbildverarbeitung angertigte dreidimensionale Ansicht des oben gezeigten Lagers von Lecanora muralis an Borke im Industriegebiet Düsseldorf-Reisholz [N..J. Stapper]. Tipp: Das Bild vor dunklem Hintergrund auf maximal 12 cm Höhe einstellen und dann aus mindestens 60 cm Entfernung mit entspannten, also auf unendlich" eingestellten Augen betrachten - "durch den Monitor und das Bild hindurch hindurch in die Ferne schauen". Dadurch sieht man bald drei statt nur dieser zwei Bilder, von denen das mittlere das zum 3D-Bild fusionierte Bild ist. Oft klappt das nicht beim ersten Mal. Falls erforderlich, Lese- oder Monitor-Brille verwenden. 

Das Sparrige Kranzmoos, Rhytidiadelphus squarrosus, ist das Moos des Jahres 2021

Das Sparrige Kranzmoos (auch Sparriger Runzelbruder, sparriger Runzelpeter) ist ein häufiges Moos in feuchten oder frischen Wiesen und kann vor allem in häufig geschnittenen Rasenflächen große Bestände bilden. Durch seine sparrige Beblätterung und die lang ausgezogenen Blattspitzen ist es ist es in regelmäßig gemähten Wiesen kaum mit einer anderen Art zu verwechseln.

Aussehen

Rhytidiadelphus squarrosus gehört zu den seitenfrüchtigen (pleurokarpen) Laubmoosen, d. h. die Sporenkapseln werden nicht an den Spitzen der Sprosse sondern an seitlichen Trieben gebildet. Dies lässt sich an unserer Art
Rhytidiadelphus squarrosus; Foto: Christian Bergkaum beobachten, da es nur sehr selten Sporogone ausbildet. Allgemein haben die seitenfrüchtigen Laubmoose aber eher ein kriechendes oder rasenbildendes Erscheinungsbild und weniger das polster- oder kissenförmige der gipfelfrüchtigen Laubmoose. So bildet das Sparrige Kranzmoos lockere Rasen aus aufrechten oder aufsteigenden Stämmchen. Diese sind orange bis rotbraun, unregelmäßig verzweigt und weisen sternförmig beblätterte Sprossenden auf. Die dicht stehenden Stämmchenblätter bestehen aus einer breit eiförmigen Basis und einer lang ausgezogenen Spitze, die deutlich zurückgekrümmt ist. Die Rippe ist kurz und doppelt und erreicht höchstens ein Drittel der Blattlänge. 

Die übrigen häufigeren Arten der Gattung besiedeln andere Habitate und sind deutlich größer. Oberflächlich ähnliche Arten der Gattung Campylium (Goldschlafmoose) sind dagegen zarter und weniger dicht beblättert.

Ökologie

Die nährstoff- und feuchtigkeitsliebende, kalkmeidende Art kommt in frischen bis feuchten Wiesen aller Art vor, auch auf Waldwegen und Wegböschungen. Besonders gut gedeiht sie in häufig geschnittenen kurzen Rasen, etwa in Gärten und in Parkanlagen. Hier kann sie bei zu kurzem Schnitt  und regelmäßiger Bewässerung die Oberhand über die Gräser gewinnen und (fast) reine Moosrasen bilden. Dies macht die Art zu einem gefürchteten Rasenunkraut.

Verbreitung und Gefährdung

Die Art ist auf der Nordhalbkugel weit verbreitet. In Mitteleuropa kommt sie von der Ebene bis ins hohe Gebirge vor und meidet nur die ausgesprochenen Trockengebiete. Sie ist ausgesprochen häufig und in keiner Weise gefährdet. Ihr häufiges Vorkommen im Siedlungsraum zeigt, dass sie nicht besonders anfällig für Schadstoffe ist. Allerdings meidet sie wohl stark luftverschmutzte Stadtgebiete1); ob es diese jetzt bei uns überhaupt noch wie zu Zeiten von Düll im Ruhgebiet gibt ist fraglich.

Biologie

Das Sparrige Kranzmoos fruchtet in Mitteleuropa sehr selten, so dass die Verbreitung vor allem über Sprossbruchstücke stattfindet. Ein wirksames Verbreitungsmittel sind dabei wahrscheinlich die im öffentlichen Raum eingesetzten Mähgeräte.

Parasiten

Auf dem Sparrigen Kranzmoos findet sich gelegentlich das Glanzmoos-Moosbecherchen Bryoscyphus phascoides, das allerdings nicht spezifisch auf dieser Art vorkommt.3) Weiterhin wurde auf der Art Bryoscyphus rhytidiadelphi gefunden (J. Eckstein, pers. Mittlg.), das auf R. triquetrus beschrieben wurde und offenbar spezifisch für die Gattung Rhytidiadelphus ist. 

Bekämpfen oder nicht?

Auf dem Markt finden sich etliche Produkte, die zur Bekämpfung von Moosen im Rasen dienen sollen. Sie basieren überwiegend auf Eisen-II-Sulfat, Pelargonsäure oder Essigsäure. Darüber hinaus wird gelegentlich Vertikutieren empfohlen, was andernorts eher für kontraproduktiv gehalten wird. Auch eine Düngung des Rasens drei- bis fünfmal im Jahr wird empfohlen, mit der (etwas undifferenzierten) Begründung: "Moos ist eine Zeigerpflanze für Stickstoffmangel". 

Bernhard Kaiser sagte 2004: " Beginnen Sie keinen Privatkrieg gegen diese wunderschönen Pflanzen, den Sie ohnehin verlieren werden." 2). Gemeint ist damit der Gartenbesitzer, der seinen Rasen stets so kurz hält, dass die niedrigen Moospflanzen von der Mahd nicht geschädigt werden, wohl aber die höher wachsenden Kräuter und Gräser. Über die Schönheit der Art gibt es sicherlich unterschiedliche Ansichten, sie offenbart sich hier wirklich erst unter der Lupe oder dem Mikroskop. Die Chancen, den Kampf zu gewinnen, stehen aber gar nicht so schlecht. Oft reicht es schon, den Rasenmäher 1–2 cm höher einzustellen und vielleicht nicht jede Woche zu mähen. Auch eine Reduktion des Rasen­sprengens (oder gar das völlige Einstellen) ist wirksam. Beide Maßnahmen helfen darüber hinaus, den Hausgarten arten- und blütenreicher zu gestalten. In selten betretenen Bereichen genügt je nach Nährstoffgehalt des Bodens eine Mahd 1–3 × im Jahr; dann werden Sie die lästige Art, falls Sie sie für eine solche halten, rasch loswerden. 

Will man jedoch unbedingt seinen kurzgeschorenen Rasen behalten, kann man sich auch mit dem Sparrigen Kranzmoos arrangieren. Grün und betretbar ist die Wiese dann allemal.

Links

3) https://asco-sonneberg.de/pages/gallery/bryoscyphus-phascoides-croziers--181028-iw040-01xsjj40480.php

 

Literatur

1)Düll, R. 1990. Exkursionstaschenbuch der Moose. – Bad Münstereifel.

2)Meinunger, L. & Schröder, W. 2007. Verbreitungsatlas der Moose Deutschlands. − 3 Bde., Regensburg.

Sauer, M. 2001. Rhytidiadelphus (Limpr.) Warnst. – In: Nebel, M. & Philippi, G. (Hrsg.) Die Moose Baden-Württembergs. – 3 Bände, Stuttgart.

 

Bilder von Rhytidiadelphus squarrosus

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 Rhytidiadelphus squarrosus; Foto: Christian Berg

Rhytidiadelphus squarrosus [C. Berg].

Rhytidiadelphus squarrosus; Foto: Christian Berg

Rhytidiadelphus squarrosus [C. Berg].

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Rhytidiadelphus squarrosus in einer Wiese in Röttenbach/Franken [W. v. Brackel].

 

Rhytidiadelphus squarrosus in einer Wiese bei Röttenbach, Foto: Wolfgang von Brackel

Rhytidiadelphus squarrosus in einer Wiese in Röttenbach/Franken [W. v. Brackel].

 

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Rhytidiadelphus squarrosus in Aufsicht [C. Berg].

 

Rhytidiadelphus squarrosus, Makrofoto, Seitenansicht [C. Berg].

 Rhytidiadelphus squarrosus, Spross in Seitenansicht [C. Berg].