Die Bryologisch-lichenologische Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa ist ein eingetragener Verein, der helfen will, die Moos- und Flechtenwelt in all ihren Teilbereichen zu erforschen. Wir sind derzeit 330 Mitglieder aus 25 Nationen weltweit.

Zum fachlichen Austausch über Moos- und Flechtenkundliches unterhält die BLAM eine » Mailingliste. Informationen und freien Zugang zum Moos- und Flechtenportal finden Sie unter Neuigkeiten.

Das Mitteilungsblatt der BLAM heißt Herzogiella. Sie finden alle Hefte im Mitgliederbereich. Manuskripte für das nächste Heft bitte an Stefan Kaufmann schicken, Redaktionsschluss ist jährlich der 31. Januar.

Außerdem können Sie sich informieren über die » satzungsgemäßen Ziele der BLAM, » die Kontoverbindung, » Personen und ihre Zuständigkeiten sowie die » Kontaktmöglichkeiten.

Lobaria pulmonaria, Schwarzwald, Herzogenhorn, Sommer 2021; Foto: NJ StapperWir födern nicht nur die wissenschaftliche Forschung über Moose und Flechten, sondern möchten diese faszinierenden Organismen auch einem breiten Publikum näherbringen. Zu den größten einheimischen Flechten zählt die hier gezeigte Lungenflechte Lobaria pulmonaria, deren Lager einen Durchmesser von 30 cm und mehr erreichen können (Klicken auf die Bilder öffnet eine größere Version derselben). Andere Arten sind sehr klein, wie die erst kürzlich in Deutschland gefundene Krustenflechte Szczawinskia tsugae, deren mehlig-feinkörniges Lager weniger als 0,5 mm hohe, schwarze "Hyphophoren" trägt, die vegetative Sporen abscheiden. Beide hier genannten Flechtenarten sind in Deutschland sehr selten.Szcawinskia tsugae, Krustenflechte mit Hyphophoren; Balkenlänge auf verlinkter Vollversion 0,2 mm; Foto: NJ Stapper Viel häufiger sind jene Arten, die Sie an den Alleebäumen in unseren Städten beobachten können.  Oft finden Sie darauf Mischrasen aus überwiegend Krusten- und Blattflechten sowie verschiedenen Moosen vor, wie sie das nebenstehende Foto zeigt. Das kriechend wachsende Zypressen-Schlafmoos bildet auf den Baumstämmen gerne ausgedehnte Rasen, und die häufigsten Polster
bildenden "Baumrindenmoose" in unseren Städten und Dörfern sind das Glashaartragende Goldhaarmoos Orthotrichum diaphanum und das Verwandte Goldhaarmoos O. affine, deren bestimmungsrelevanten Merkmale die hier verlinkten Bildtafeln zeigen. Flechten können fast alle Oberflächen besiedeln. Sie finden sie auf natürlichen und künstlichen Gesteinen, Flechten auf den Fenstergummis des alten VW Golf II von Michael Lüth; Makrofoto: Norbert Stapperauf dem Erdboden, auf Rinde und Blättern, auf den Gummieinfassungen von Autofenstern und, wenn man sie längere Zeit nicht putzt, sogar auf Fensterscheiben. Flechten sind auch nicht nur grün. Es gibt blaue, dunkelbraune, schwarze, orange, gelbe, rote... und die Texte der Bestimmungsbücher bemühen sich, all die möglichen Farbtöne treffend zu beschreiben.  

Wenn Sie ein Moos oder eine Flechte nach Hause mit­nehmen und näher kennenlernen möchten, finden Sie in den Rubriken Bryologie (Mooskunde) und Lichenologie (Flechtenkunde) erste Informationen. Viele Arten sind mehr oder weniger stark ge­fähr­det oder gar von der Auslöschung bedroht. Folglich ist der Artenschutz für uns ein wichtiges Anliegen.

 Alleebäume im Süden von Düsseldorf mit zahlreichen Moosen und Flechten; Foto: NJ Stapper

Herzogia heißt die von der BLAM seit 1968 herausgegebene wissenschaftliche Zeitschrift. Sie wird auf dem Postweg verschickt und kann zudem über BioOne elektronisch bezogen werden, für BLAM-Mitglieder kostenfrei über den Link Herzogia@BioOne im Mitgliederbereich.

Tittelbild der aktuellen Herzogia

 

Jedes Jahr bestimmen die Mitglieder der BLAM auf ihrer Hauptversammlung Moos und Flechte des Jahres.

14 Peilstein Oberpfalz 2019kl2Wie bereits im Vorjahr mit dem Motto „Dachbegrünung“, haben wir auch heuer wieder auf ein ökologisches Thema gesetzt. Die Wahl fiel dieses Jahr auf zwei Arten, die nach massiven Bestandseinbußen während der Zeiten hoher Belastung der Luft mit Schadstoffen nun wieder eine, wenn auch unterschiedlich starke, Zunahme erkennen lassen. Auch schon vor der Industrialisierung waren Braun- und Steinkohle verfeuert worden, doch erst mit deren massenhaftem Einsatz in der Industrie und zur Stromerzeugung sowie dem Bau hoher Schornsteine griffen die Emissionen, allen voran Schwefeldioxid, weit ins Umland der Städte und zeigten hier ihre verheerenden Wirkungen. Jetzt traten die empfindlichen Epiphyten nicht nur in den Städten und in ihrem Umgriff, sondern im ganzen Land außerhalb der Gebirge ihren Rückzug an. Das war die Zeit des Sauren Regens und der Epiphytenwüsten. Durch Rauchgasentschwefelung und das Verfeuern schwefelarmer Brennstoffe wurden die Schwefeldioxidimmissionen erheblich reduziert, und mit Beginn der 1990er begannen viele Flechten und Moose mit der Wiederbesiedlung der Städte. Moos und Flechte des Jahres sind 2024 das Hängende Widerhakenmoos (Antitrichia curtipendula, Foto: W. von Brackel) und das Schöne Muschelschüppchen (Normandina pulchella).

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Rückblick auf die Arten der letzten Jahre:
2008: Orthotrichum pulchellum und Letharia vulpina
2009: Leucobryum glaucum und Cladonia rangiferina
2010: Polytrichum commune und Dibaeis baeomyces
2011: Thuidium abietinum und Fulgensia fulgens
2012: Buxbaumia viridis und Lobaria pulmonaria
2013: Marchantia polymorpha und Peltigera didactyla
2014: Hedwigia ciliata und Rhizocarpon geographicum
2015: Schistostega pennata und Psilolechia lucida
2016: Sphagnum magellanicum und Icmadophila ericetorum
2017: Ctenidium molluscum und Variospora flavescens
2018: Bartramia pomiformis und Umbilicaria cylindrica
2019: Cryphaea heteromalla und Parmotrema perlatum
2020: Ptilidium pulcherrimum und Cladonia digitata
2021: Rhytidiadelphus squarrosus und Lecanora muralis
2022: Diobelonella palustris und Enchylium tenax
2023: Tortella inclinata und Cladonia rangiformis

Die Jahresexkursion im September 2024 führt uns diesmal in die Slowakei. Einen Link dazu finden Sie in Kürze hier sowie in unserem Veranstaltungskalender.

Die BLAM erstattet Studierenden und Ausbzubildenden bis zu 70% der Kosten, max. 300,00 €, für die Teilnahme an  BLAM-Veranstaltungen. In Ausnahmefällen kann auch die Teilnahme an bryologischen oder lichenologischen  Fachveranstaltungen gefördert werden, die nicht von der BLAM organisiert werden. Kostenzuschüsse für die Teilnahme an Konferenzen und Symposien werden nur bei aktiver Teilnahme (Poster oder Vortrag) gewährt.
Antragsformular runterladen (PDF)

Unser breites Angebot an Kursen, Wokshops, Exkursionen und Vorträgen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

Viele Veranstaltungen sind Kartierungstreffen, die von der BLAM unter bestimmten Bedingungen mit einem Fahrtkostenzuschuss gefördert werden können. Teilnehmer*innen an Kartierungstreffen, die andere Teilnehmer*innen in  ihrem Privatfahrzeug mitnehmen, können für die Fahrtkosten einen Zuschuss der BLAM beantragen (0,20 €/km).
Voraussetzung hierfür ist, dass die Kartierungsdaten uneingeschränkt dem Portal https://moose.rotelistezentrum.de/ zur Verfügung gestellt werden. Der Zuschuss beträgt max. 100 € pro Fahrer. Bezuschusst werden Anfahrtsweg und Fahrtwege während des Kartierungstreffens. Antragsformular runterladen (PDF).